Was bedeutet "besonders schwerer Fall" beim Betrug?
Der Betrug ist in § 263 StGB geregelt. Im Grundtatbestand droht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Es handelt sich also um ein Vergehen. Anders verhält es sich, wenn die Staatsanwaltschaft einen besonders schweren Fall nach § 263 Abs. 3 StGB anklagt: Dann erhöht sich der Strafrahmen auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.
Der Gesetzgeber hat in § 263 Abs. 3 Satz 2 StGB sogenannte Regelbeispiele aufgeführt. Wenn einer dieser Umstände vorliegt, wird in der Regel angenommen, dass ein besonders schwerer Fall gegeben ist. Das Gericht ist jedoch nicht automatisch gebunden: Es handelt sich um eine Indizwirkung, nicht um eine zwingende Rechtsfolge. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung sind Ausnahmen möglich. Ein erfahrener Strafverteidiger prüft daher nicht nur, ob ein Regelbeispiel formal erfüllt ist, sondern auch, ob das Gesamtbild der Tat diesen erhöhten Strafrahmen tatsächlich rechtfertigt.
Wenn Sie wegen des Vorwurfs eines besonders schweren Falls des Betruges von der Polizei vorgeladen wurden, eine Hausdurchsuchung erlebt haben oder eine Anklageschrift erhalten haben, zählt jede Stunde. Als Fachanwalt für Strafrecht verteidige ich Beschuldigte in Wirtschaftsstrafrechtsverfahren. Auf meiner Seite zum Wirtschaftsstrafrecht finden Sie weitere Informationen zu verwandten Delikten.